Flucht- und Rettungswege

Selbst wenn die Begriffe Fluchtweg und Rettungsweg im gleichen Sinn verwendet werden, ist es nicht das Gleiche. Im Gegenteil!Notausgang TG

Fluchtweg kommt von fliehen. Darunter versteht man das selbstständige „Sich-in-Sicherheit-bringen“ von Personen aus einem Gefahrenbereich. Es handelt sich hierbei um einen aktiven Vorgang einer gefährdeten Person.

Rettungsweg kommt von Retten. Darunter wird das Befreien aus einer lebensbedrohlichen Zwangslage verstanden. Hierzu wird die Hilfe Dritter benötigt also ein passiver Vorgang für gefährdete Personen.

In Vorschriften, wie den Bauordnungen wird der Begriff Rettungsweg verwendet, da ein Fluchtweg auch gleichzeitig ein Rettungsweg ist.

Grundregel: Flucht- und Notausgangstüren müssen von innen ungehindert und ohne fremde Hilfe zu öffnen sein. Rettungswege müssen über Ausgänge in sichere Bereiche oder unmittelbar ebenerdig ins Freie führen.

Die Muster-Bauordnung hat auch Behinderte bedacht, mit

§ 50 Barrierefreies Bauen

    (1) 1 In Gebäuden mit mehr als zwei Wohnungen müssen die Wohnungen eines Geschosses barrierefrei erreichbar sein; diese Verpflichtung kann auch durch barrierefrei erreichbare Wohnungen in mehreren Geschossen erfüllt werden. Notausgang_Rollstuhl

    2 In diesen Wohnungen müssen die Wohn- und Schlafräume, eine Toilette, ein Bad sowie die Küche oder die Kochnische barrierefrei sein.

    3 § 39 Abs. 4 bleibt unberührt.

 

    (2) 1 Bauliche Anlagen, die öffentlich zugänglich sind, müssen in den dem allgemeinen Besucher- und Benutzerverkehr dienenden Teilen barrierefrei sein.

    2 Dies gilt insbesondere für

      1. Einrichtungen der Kultur und des Bildungswesens,

      2. Sport- und Freizeitstätten,

      3. Einrichtungen des Gesundheitswesens,

      4. Büro-, Verwaltungs- und Gerichtsgebäude,

      5. Verkaufs-, Gast- und Beherbergungsstätten,

      6. Stellplätze, Garagen und Toilettenanlagen.

    3  Für die der zweckentsprechenden Nutzung dienenden Räume und Anlagen genügt es, wenn sie in dem erforderlichen Umfang barrierefrei sind.

    4 Toilettenräume und notwendige Stellplätze für Besucher und Benutzer müssen in der erforderlichen Anzahl barrierefrei sein.

    (3)  Die Absätze 1 und 2 gelten nicht, soweit die Anforderungen wegen schwieriger Geländeverhältnisse, wegen des Einbaus eines sonst nicht erforderlichen Aufzugs, wegen ungünstiger vorhandener Bebauung oder im Hinblick auf die Sicherheit der Menschen mit Behinderung nur mit einem unverhältnismäßigen Mehraufwand erfüllt werden können.

Rollstuhlfahrer können deshalb behindertengerecht errichtete bauliche Anlagen ohne wesentliche Einschränkungen benutzen. Im Brandfall bleibt aber unklar, wie diese und Menschen mit anderen Behinderungen eigenständig wieder aus dem Gebäude hinauskommen können.

 

Bauordnung von Rettungswegen

Räume in denen sich Menschen aufhalten, müssen über mindestens zwei voneinander unabhängige, in möglichst entgegengesetzten Richtungen nach außen führende Rettungswege verfügen. Die Bauordnung unterscheidet zwischen erstem und zweitem Rettungsweg. Ein Rettungsweg kann horizontal (z.B. in Form von Gängen und Fluren) oder vertikal (z.B. innerhalb eines Treppenhauses) verlaufen. Die Weglänge ist in den verschiedenen Bauordnungen und Sonderbauverordnung geregelt und darf in der Regel von jedem Punkt eines Raumes bis zum nächsten Ausgang ins Freie oder bis zum nächsten gesicherten Bereich 35 m nicht überschreiten.

 

Regelwerke, Richtlinien und Verordnungen

Ausgänge und Türen, sowie Rettungswege müssen der

    DIN 4102

    ● den Landesbauordnungen (LBO/BO) der Bundeslände

    ● den Durchführungsverordnungen (DVO) entsprechend der LBO/BO

    ● den Rechtsverordnungen (RVO) und Richtlinien für Bauten besonderer Art und Nutzung

    ● den Eingeführten Technischen Baubestimmungen (ETB)

    ● der Versammlungsstätten-Verordnung (VStättVO)

    ● der Verordnung über Arbeitsstätten (ArbStättV)

    ● den Unfallverhütungsvorschriften (VBG) der Berufsgenossenschaften

entsprechen.

 

Prüfung

Sicherheitstechnische Geräte für Flucht- und Rettungswege werden von VdS Schadenverhütung, MPA oder TÜV geprüft und zertifiziert. Vor der ersten Inbetriebnahme von elektrischen Fluchttür-Steuerungssystemen muss von einem Sachkundigen festgestellt werden, dass die Verriegelung ordnungsgemäß eingebaut wurde und voll funktionsfähig ist.

Die Anlage muss mindestens einmal jährlich durch einen Sachkundigen geprüft werden.

Sachkundig ist, wer aufgrund seiner fachlichen Ausbildung und Erfahrung ausreichende Kenntnisse auf dem Gebiet der Sicherung von Türen in Rettungswegen (u.a. gegen Missbrauch) hat und mit den einschlägigen Schutzvorschriften vertraut ist, so dass er den gesicherten Zustand dieser Türen beurteilen kann. Die Geräteschulung erfolgt durch die Hersteller.

 

Planung von Rettungswegen

Die Schutzfunktion eines Rettungsweges wird im Brandfall durch Feuer und Rauch (Brandgase) bedroht. Der Gebäudetyp (z.B. Krankenhäuser oder Lagerräume) muss bei der Planung des Rettungsweges berücksichtigt werden. Krankenhäuser benötigen (zur schnellen Räumung bettlägeriger Patienten) deutlich breitere Rettungswege als kleinere Verkaufsstätten. Der Rettungsweg muss den örtlichen Gegebenheiten gerecht werden und konsequent durchdacht sein.

 

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